Recherche

des Alltags vergangener Zeiten

Rekonstruktion

von Gegenständen der Alltagskultur

Darstellung

verschiedener Aspekte des Alltags vergangener Zeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erkläre es mir und ich werde es vergessen.

Zeige es mir und ich werde mich erinnern.

Lass es mich selber tun und ich werde es verstehen.

 

 Konfuzius,  551 v. Chr. bis 479 v. Chr.

Willkommen auf Geschichtsdarstellung.de



Seit fast 20 Jahren beschäftigen wir, Heike Schmid und Tomasz Nowak, uns mit der lebendigen Geschichtsdarstellung, bzw. living history / re-enactment. Hierbei legen wir viel Wert auf eine sorgfältige und objektive Recherche der jeweilis dargestellten Zeit und Rollen, glaubwürdige und vor allem funktionstüchtige Rekonstruktion der benötigten zeittypischen Gegenstände sowie letztendlich eine lebensnahe Darstellung im Rahmen von entsprechenden Veranstaltungen. Unser Focus liegt hierbei auf verschiedenen Facetten des Alltags vergangener Zeiten, so zum Beispiel auf Kleidung, Essen und alltäglicher Arbeit in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, von Bauern über Stadtbewohner bis zu Angehörigen vom Militär. Wichtig ist für uns hier stets die "Bodenhaftung" - die verschiedenen Rollen/ Darstellungen gehen bei uns nie in hohe Gesellschaftsschichten, sondern bleiben stets beim Gros der Bevölkerung, zeigen den Besuchern unserer Veranstaltungen also quasi ihre Spiegelbilder aus der Vergangenheit.

Da im Prinzip jede Epoche ihren Reiz hat - und wir auch selbst gerne Veranstaltungen anderer als "unserer" Zeiten gerne besuchen - haben wir vor ca. 10 Jahren den Regensburger Re-enactment Stammtisch gegründet, um eine bessere Vernetzung von hist. Darstellern rund um Regensburg zu erreichen. Mit den Teilnehmern zusammen veranstalten wir im Jahr 2-3 kleine Multi-Period Veranstaltungen im Raum Regensburg.

Soviel in aller Kürze zu uns, nun wünschen wir viel Spaß beim Durchblättern der folgenden Seiten.

Darstellung(en)

Unsere derzeitige Hauptdarstellungszeit ist die Epoche der Napoleonischen Kriege (1794 bis 1815). Hierfür haben wir verschiedene Darstellungen, von oberpfälzer Bauern und einfachen bis etwas situierten Regensburger Einwohnern auf der zivilen und Angehörigen des britischen Heeres, genauer des 42nd Royal Highland Regiment, auf der militärischen Seite, die wir jeweils zur Veranstaltung passend wählen. Durch genaue Recherche und dezidierte Auswahl von Kleidung und Accessoires versuchen wir immer, die jeweilis gewählte Darstellung / Rolle so glaubhaft und lebensnah zu gestalten. So paßt zu einer Bäuerin kein Empirekleid, und auch Brillen passen z.B. zu den meisten regulären Soldatendarstellungen nicht. Und sollte einmal etwas an Kleidung, Gerätschaft oder Kenntnis für eine Rolle fehlen, so beschaffen wir dies bzw. eignen uns dies an - auch deshalb haben Veranstaltungen für uns oft eine Vorlaufzeit von etwa einem Jahr.

Nach etwa 15 Jahren im Focus ist für uns das späte 15. Jahrhundert als Darstellungszeit in den Hintergrund getreten. Für interessante Veranstaltungen können wir hier aber weiterhin mit einigen Darstellungen aufwarten. Diese sind vor allem eine Bauern- / einfache Städter-Darstellung, sowie die eines Rottmeisters bzw. Hauptmanns für militärische Settings.

Derzeit haben wir zwar keine weiteren aktiven Darstellungszeiten, für die Jahre kurz vor der Märzrevolution 1848 (1840-1850) läuft nebenbei die Recherche, mit der Münchener Bierrevolution als Aufhänger. Sobald hier etwas faßbar - und vor allem vorzeigbar ist - werden wir es selbstverständlich hier veröffentlichen.


Ein Lederkragen britischer Soldaten aus der Zeit der Napoleonischen Kriege.

Der "Neckstock", oder auch nur "stock", aus Stoff und Pferdehaar zur Versteifung wurde schon im 18. Jahrhundert in der britischen Armee eingeführt, er war sozusagen die militärische Version des in der zivilen Mode verbreiteten Halstuches bzw. der Halsbinde. Eine solche Halsbinde aus Stoff (Leinen, Baumwolle, bei Offizieren auch Seide mit Roßhaarfütterung) war auch in anderen Armeen der Zeit gang und gebe. 1802 wurde für die britische Armee die Stoffversion durch eine aus 2-3mm dickem Leder ersetzt.

In den Clothing Regulations der Armee von 1802, die nur eine Ergänzung des seit 1768 bestehenden Reglements darstellen, steht hierzu nur:

"[...](D.—[8 July 1791, C.] Black Leather Stocks to be worn by the Non- Commissioned Officers, Drummers, Fifers and Privates of the Guards and by ...every other description of Regiments or Corps of Infantry.) "

Übers.: Schwarze Lederkrägen sind von Unteroffizieren, Trommlern, Pfeiffern und Gemeinen der Garde und von jedem anderen beschriebene Angehörigen eines Infanteriecorps oder - regiments zu tragen.

Über das Aussehen selbst werden hier keine Angaben gemacht. Im Regimental Museum of The Royal Welsh liegt mit der Beschaffungsnr. 1992.36 ein erhaltenes Exemplar eines neckstocks, dieser diente als Vorlage für den hier präsentierten Nachbau. BIlder beider Versionen finden sich unten.

 

Was war nun der Sinn eines solch steifen Kragens? Im Prinzip und vordergründig erstmal nur eines: es sollte den Soldaten ein schneidiges Aussehen geben, da der Kopf beim Tragen eines stocks meist nach oben gereckt wird, sprich: man steht aufrecht. Auch das Drehen des Kopfes zur Seite wird erschwert, der Soldat schaut also eher geradeaus. Ob hier noch ein Schutz des Halses vor einer Garottierung oder vor Pulververbrennungen, wie oft angenommen wird, auch bedacht wurde, sei dahingestellt. Laut Augenzeugenberichten war der stock aber das unliebsamste Kleidungsstück britischer Soldaten, dessen man sich so schnell wie möglich entledigte.

 

Weitere Bilder und Quellen:

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