Ein Lederkragen britischer Soldaten aus der Zeit der Napoleonischen Kriege.

Der "Neckstock", oder auch nur "stock", aus Stoff und Pferdehaar zur Versteifung wurde schon im 18. Jahrhundert in der britischen Armee eingeführt, er war sozusagen die militärische Version des in der zivilen Mode verbreiteten Halstuches bzw. der Halsbinde. Eine solche Halsbinde aus Stoff (Leinen, Baumwolle, bei Offizieren auch Seide mit Roßhaarfütterung) war auch in anderen Armeen der Zeit gang und gebe. 1802 wurde für die britische Armee die Stoffversion durch eine aus 2-3mm dickem Leder ersetzt.

In den Clothing Regulations der Armee von 1802, die nur eine Ergänzung des seit 1768 bestehenden Reglements darstellen, steht hierzu nur:

"[...](D.—[8 July 1791, C.] Black Leather Stocks to be worn by the Non- Commissioned Officers, Drummers, Fifers and Privates of the Guards and by ...every other description of Regiments or Corps of Infantry.) "

Übers.: Schwarze Lederkrägen sind von Unteroffizieren, Trommlern, Pfeiffern und Gemeinen der Garde und von jedem anderen beschriebene Angehörigen eines Infanteriecorps oder - regiments zu tragen.

Über das Aussehen selbst werden hier keine Angaben gemacht. Im Regimental Museum of The Royal Welsh liegt mit der Beschaffungsnr. 1992.36 ein erhaltenes Exemplar eines neckstocks, dieser diente als Vorlage für den hier präsentierten Nachbau. BIlder beider Versionen finden sich unten.

 

Was war nun der Sinn eines solch steifen Kragens? Im Prinzip und vordergründig erstmal nur eines: es sollte den Soldaten ein schneidiges Aussehen geben, da der Kopf beim Tragen eines stocks meist nach oben gereckt wird, sprich: man steht aufrecht. Auch das Drehen des Kopfes zur Seite wird erschwert, der Soldat schaut also eher geradeaus. Ob hier noch ein Schutz des Halses vor einer Garottierung oder vor Pulververbrennungen, wie oft angenommen wird, auch bedacht wurde, sei dahingestellt. Laut Augenzeugenberichten war der stock aber das unliebsamste Kleidungsstück britischer Soldaten, dessen man sich so schnell wie möglich entledigte.

 

Weitere Bilder und Quellen: