Seit mehr als 10 Jahren beschäftigen sich einige von uns mit der Rekonstruktion der Fechtweisen vergangener Jahrhunderte. Dies geschieht auf Basis von erhaltenen Fechtbüchern, in denen der Umgang mit verschiedenen Waffen zu verschiedenen Zwecken - militärisch oder auch zum sportlichen Fechten - dargestellt wird. Unser Ziel hierbei ist weniger die Vorführung, als das Erarbeiten, Erlernen und Anwendung der Fechttechniken vergangener Zeiten, mit entsprechenden Trainingswaffen in einer kontrollierten Trainingsumgebung und mit moderner Schutzkleidung wie Handschuhen, Fechtmasken usw..

Wir sind bei der Regensburger Turnerschaft e.V. als Untergruppe "Historisches Fechten" eingetragen und somit auch Mitglied im Bayerischen Landessportverband. Dadurch und durch die Tatsache, daß Fechten und hist. Darstellung bei uns komplett von einander getrennt sind, besteht die Fechtgruppe aus Menschen, die sich für das hist. Fechten interessieren, eine Verbindung zur Darstellung ist in den meisten Fällen nicht gegeben. Wir nehmen auch stets interessierte Neulinge auf, ein Reinschnuppern ist jederzeit möglich - sollten Sie also hier Interesse haben, eine Nachricht über unser Kontaktformular reicht hier aus.

Unsere Anfänge im historischen Fechten waren in der spätmittelalterlichen Darstellung begründet und paßten auch dorthin, die Fechtbücher, die wir zu Beginn nutzten stammten aus dem 15. Jahrhundert und beschrieben den Umgang mit dem langen Schwert (Peter von Danzig und Sigmund Ringeck seien hier als Autoren von Fechtbüchern genannt), später beschäftigten wir uns mit dem langen Messer nach Hans Lecküchner.

Mit der Zeit trennten wir aber beide Bereiche und das Fechten wurde zu einer eigenständigen Disziplin der Erforschung der Vergangenheit. Damit änderte sich auch der Focus: vom darstellungsgebundenem Fechten für das 15. Jhdt. schauten wir über den Tellerrand nach vorne wie auch zurück. So fand sich eine Untergruppe für Schwert & Bucklerfechten nach dem Towerfechtbuch /I.33, das aus dem frühen 14. Jhdt. stammt, zusammen. Seit dem läuft das Fechten komplett getrennt von der Darstellung, sodaß sich der Teilnehmerkreis nur ganz vage überschneidet - was aber nicht heißt, daß wir nicht irgendwann wieder Fechtvorführungen fürs Publikum machen werden.

 

Mit der Zeit ist die Fechtabteilung recht gewachsen und die Interessen haben sich etwas verschoben, deshalb haben wir Anfang des Jahres beschlossen, sie in zwei Teile zu teilen:

  • Eine Gruppe, die sich weiterhin nur mit den mittelalterlichen Fechtweisen wie langem Schwert, Schwert & Buckler und langem Messer beschäftigt. Das aktuelle Trainingsthema und Neuigkeiten dazu werden auf der Facebookseite dazu geteilt.
  • Den scherzhaft so genannten "Gintlemens´ Fight Club", in dem wir uns mit dem Fechten vom 17. - 20. Jhdt. beschäftigen werden, im Prinzip mit allem, was eben nicht mehr in der spätmittelalterlichen Tradition steht. Erster Focus wird hier auf dem Säbelfechten nach engl. Quellen von etwa 1800, dem Spazierstockkampf des späten 19./frühen 20. Jhdts sowie dem dazu passenden Boxen als Erweiterung liegen.

 

Hier einige Bilder aus den von uns derzeit benutzten Fechtbüchern: