Abriß der Regimentsgeschichte bis 1815 sowie eine bebilderte Beschreibung unserer Darstellung im Rahmen des 42nd Royal Highland Regiment.

 

Kurzer Abriß der  Regimentsgeschichte bis 1815

Im Jahr 1739 wurde beschlossen, militärische Clanverbände in Schottland zu regulären Regimentern zusammen zu stellen; im Mai 1740 wurden daher Angehöriger der Clans Grant, Campbell, Munro, Maclean und Mackenzie gemustert und zum neuen 43sten Fußregiment ("43rd Regiment of Foot") zusammengestellt. Der Beiname "Black Watch" haftete den vorangehenden Clankompanieren der o.g. Clans bereits zu diesem Zeitpunkt an, der Ursprung des Begriffes ist jedoch nicht mehr nachverfolgbar.

Das neue Regiment blieb zunächst einige Zeit in seiner Heimatgegend, bevor es an Kämpfen in den Niederlanden (Fontenoy im Mai 1745) gegen französische Truppen teilnahm. Danach und nach dem letzten Jakobitenaufstand wurde das 43ste nach Irland versetzt, wo es bs zum Juni 1756 blieb. In dieser Zeit unterging es einigen Veränderungen: aus den größten und stärksten Männern des Regiments wurde eine Grenadierkompanie gebildet, und die Nummer des Regiments änderte sich: durch die Auflösung vom bisher 42sten (Oglethrope´s) Regiment, rückte es eine Stelle in der Liste nach oben und wurde zum 42nd Regiment of Foot.

Bei Ausbruch des Krieges gegen Frankreich im Mai 1756 wurde das nunmehr 42nd Royal Highland Regiment of Foot, wie der vollständige Name lautete,  nach Amerika verlegt, wo es an der ersten Belagerung von Fort Ticonderoga teilnahm und sich zwar durch besonderen Mut auszeichnete, aber auch schwere Verluste erlit - 314 Tote und 333 Verwundete, also die Hälfte der Regimentsstärke. Der hier gezeigte Mut wurde von König George II. ausgezeichnet, der Regimentsname erhielt den Beinamen "Royal" ("königlich"), die bisher beigen Aufschläge der Uniformen erhielten das königliche Dunkelblau. Um die Veluste zu ersetzen, wurden 3 weitere Kompanien (ca 300 Mann) gemustert und, m eine Reserve zu schaffen, ein 2tes Batallion mit etwa 1000 Mann aufgestellt. Beide Batallione blieben bis 1789 in Nord- und Mittelamerika und sind dort an diversen Kämpfen beteiligt, u.a. bei der Einnahme von Montreal 1760 und einer Expedition nach Barbados und Martinique, bevor sie 1789/90 nach Glasgow zurückkehren.

Nach 4 Jahren Ruhe und Einsätzen in den Niederlanden und der Karibik wurde das Regiment ins Mittelmeergebiet versetzt und gelange über Gibraltar und Mencora nach Ägypten, wo es am 21. März 1801 maßgeblich an der Schlacht von Alexandria gegen die Truppen Napoleons teilnahm. Seit diesem Feldzug schmückte eine Sphinx-Brosche mit der Unterschrift "Egypt" die Bonnets (Kopfbedeckungen) der Highlander des 42nd RHR. Nach der Vertreibung der französischen Truppen aus Ägypten kehrte das Regiment wieder nach Schottland zurück, wo es wieder durch neue Rekrutierungen auf die volle Mannstärke von 1300 Soldaten & Offiziere aufgestockt wurde.

Ab 1808 nahm das 42nd RHR am gesamten Spanienfeldzug Wellingtons teil und zeichnete sich sowohl beim Rückzug nach und aus Corunna im Januar 1809, wie auch bei den Schlachten bei Fuentes de Oñoro (3-6. Mai 1811), Salamanca (22. Juli 1812), Vitoria (21. Juni 1813) und Nivelle (10. Nevember1813) sowie der Belagerung von Badajoz (16.März bis 6.April 1812) aus. Nach dem Friedensschluß von Fontainebleau vom 11.April 1814 und dem anscheinenden Ende des Krieges gegen Frankreich wurde das 2.te Batallion des 42nd RHR aufgelöst, wobei viele Soldaten ins erste Batallion überführt wurden. Nach der Rückkehr Napoleons aus Elba wurden die Kämpfe wieder aufgenommen, in der Kampagne, die der Schlacht von Waterloo voranging war das 42nd RHR vor allem bei den blutigen Kämpfen bei Quarte-Bras (16. Juni 1815) beteiligt, wo es über 300 Soldaten und Offiziere verlor. Bei der folgenden Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 war das Regiment im Zentrum der alliierten Linien um das Gehöft La Haye Sainte positioniert und kämpfte dort bis zur Einnahme des Gehöfts durch französische Truppen. Nach der gewonnenen Schlacht bei Waterloo und dem Einzug der Alliierten in Paris wurde das Regiment im Spätherbst 1815 in die Heimat versetzt und blieb dort in den nächsten zehn kriegsfreien Jahren stationiert.

 

Zeitgenössische Darstellungen von schottischen Soldaten und Literatur dazu:

  • Stuart Reid, Wellington´s Highland Warriors, London 2010.
  • Stuart Reid & Bryan Fosten, Wellington´s Highlanders (Men-at-arms 253), London 1992.
  • Charles Grant, The Black Watch (Men-at-arms 8), London 1971.

 

Unsere Darstellung

Wir stellen - zusammen mit befreundeten Gruppen aus England, Italien, Spanien, Gibraltar und Malta - Soldaten der Grenadierkompanie des 42nd Royal Highland Regiments in der Zeit des Spanienfeldzuges bis zur Schlacht von Waterloo teil. Obwohl es natürlich einen Hauptteil ausmacht, nimmt die reine Schlachtnachstellung nicht die volle Darstellung ein, da wir das Leben der englischen Soldaten in der oben genannten Zeit mit all seinen Facetten zeigen wollen.  So trainieren wir nicht nur den Drill an der Muskete oder die Bewegungen im Verband, sondern versuchen auch, wie die Soldaten früher zu leben, wa soft heißt mit so wenig wie möglich auszukommen - Lagermöbel wird man in unserem Lager zum Beispiel vergeblich suchen. Seit 2009 nehmen wir an den in Portugal, Spanien und Frankreich findenden 200. Jubiläumsveranstaltungen der oben erwähnten Schlachten teil, diese Reihe wird 2015 mit dem 200. Jubiläum der Schlacht von Waterloo beschlossen. Was danach kommt, werden wir sehen.

Noch einige Worte zu der unweigerlichen Frage "Warum stellt ihr als Deutsche englische/ schottische Soldaten dar? Es gab doch in Deutschland damals genug Staaten und Armeen, warum keine regionale Darstellung?"

Die Frage beantwortet sich de facto von selbst: wir wollen den Besuchern der Veranstaltungen ein soweit möglich realistisches Bild der Vergangenheit bieten - das beinhaltet bei Armeen der Napoleonischen Zeit auch eine gewissen Größe bzw. Anzahl der Darsteller. Bei einer regionalen Darstellung würden aber schnell - durch den deutschen Partikularismus im frühen 19. Jhdt. -  Kleinstgruppen/-regimenter mit 10-15 Mann (wovon ca. 30% Offiziere wären) entstehen, die auch nicht alle an den größeren Schlachten teilgenommen haben. Somit würden auch die Veranstaltungen kleiner und das dort für die Besucher gebotene Bild wäre verfälscht. Durch unsere Zusammenarbeit mit Gruppen aus ganz Europa, die das gleiche Regiment und sogar die gleiche Kompanie darstellen, können wir bei größeren Veranstaltungen die tatsächliche Größe einer Grenadierkompanie im Feld darstellen. Und natürlich macht das Ganze in einer größeren Gruppe mehr Spaß, als mit nur 10 gleichuniformierten Freunden. Und natürlich können wir so an deutlich mehr Veranstaltungen teilnehmen, als ein Regiment aus einem deutschen Kleinstaat, das vor allem zur Landesverteidigung eingesetzt wurde.