Living-History Veranstaltung am 17. und 18. September 2016 im Oberpfälzer Freilandmuseum Nesuath Perschen.

 

Historisches Szenario

Während des ersten Koalitionskrieges (1792 bis 1797) war auch die Oberpfalz Schauplatz größerer Truppenbewegungen und Zusammenstöße. Im August 1796 verfolgten sich die Sambre-Maas Armee unter Marschall Graf Jean Baptiste Jourdan und die kaiserlich-österreichische Armee unter  Erzherzog Karl von Österreich durch fast die gesamte Oberpfalz. Dies mündete in einigen Zusammenstößen, von denen die Schlacht bei Amberg am 24. August 1796 die Entscheidenste war, da durch die Niederlage der Franzosen deren Vorstoß gebremst wurde und die Sambre-Mass Armee sich wieder in nordwestlicher Richtung Bamberg und Würzburg zurückzog.

Nach der Schlacht bei Sulzbach-Rosenberg und der Einnahme der Stadt am 17. August sowie der Besetzung Ambergs einen Tag später versuchte Marschall Jourdan, weitere Städte in der Oberpfalz zu erobern, um seine Position gegen Österreich zu stärken. Am 20. August erreichte die französische Division unter General Lefebvre Nabburg, wo sie sich mit der Division von General Ney vereinigte. Die etwa 200 Mann starke österreichische Garnison verbarrikadierte die Tore der Stadt. Eine 5-stündige Kanonade seitens der Franzosen begann, am Ende derer die Österreicher die Stadt nachts verließen und die erste Plünderung Nabburgs durch die Truppen Neys und später auch die Lefebvres begann, sodass Nabburg an aufeinanderfolgenden Tagen mehrmals geplündert wurde.

 

Die Darstellung

In dieser Situation setzte unsere Belebung im Opf. Freilandmuseum ein: die Ankunft der geflohenen Nabburger bei Bauern in Neusath und der Einmarsch der Franzosen. Die Besucher konten also nicht nur den  bäuerlichen Alltag vor 220 Jahren vorgeführt sehen, sondern auch die Städter treffen, die von der Belagerung und der Plünderung ihrer Stadt erzählten. So war zumindest der Plan, der jedch durch den Dauerregen etwas geändert werden mußte. Wir haben aber die im Vorfeld geplanten Spielszenen, wie die flüchtenden Städter, den Einmarsch der frz. Truppen, das Fouragieren von Lebensmitteln usw. durchgeführt - wenn leider auch fast komplett ohne Besucher.

Neben der Spielszenen haben wir uns mit den Alltagstätigkeiten von vor 220 Jahren beschäftigt, sowohl bei den Bauernw ie auch bei den Soldaten. Während die einen kochten, Butter machten, KLeidung ausbesserten und verschiedene Sachen im Holzbackofen buken, reinigten die Franzosen ihre Ausrüstung, weißelten die Ledergurte, drillten und stellten Lederschwärze für die Patronentaschen her.

So wurde die Veranstaltung trotz des Wetters und der kleinen Menge an Besuchern doch noch zu einer schönen Sache. Die Elemente, die wir wetterbedingt auslassen mußten, werden wir versuchen, bei nächsten Veranstaltungen einzubauen.

Hier einige Bilder von der Veranstaltung, gemacht von Stefan Winter vom Zeitenwanderer Blog.